Cithrinchen (Zitterlein): Quellen
Andreas Michel
Diminutivformen von Zither (Cither, Zitter):
Name / Schreibweise Quelle / Datierung
Citherlein 1619, 1625, 1646
Zitterlein 1619,1702
Citterlein 1619
Citerlein 1625
Cytherlein 1625, 1627
Zittarche 1625
Ziterinchen 1652
Zyterchen 1652
Zytrinchen 1657
Cytrinichen 1671, 1702
Cithrinchen 1679,1706, 1710, 1729, 1737, 1741, 1801, 1826   
Zitrinichen 1680
Zitrinchen 1684, 1691, 1702, 1735, 1741, 1748
Citharinichen 1688
Citringen 1689
Citherinchen 1690, 1834
Cithringen 1690
Zitrinlein 1691
Cytrinchen 1695, 1720
Cytharingen 1700
Zitringen 1708
Cythringen 1710, 1721, 1723, 1726, 1730, 1735
Cittrinichen 1720
Cythrinchen 1721
Zittrinigen 1730
Citrinchen 1735
Zittrinquen 1736
Citheringen 1750
Zittrinichen 1773
Zitterchen 1782
Zitherchen 1795
Zythringen 1904: Arno Holz (1863-1929): Dafnis, "Er brohbt erst sein Säyten-Spihl"
Die Diminutivformen mit der Endung "-lein" traten vorwiegend  in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf, ab Mitte des 17. Jahrhunderts werden die Varianten mit der Endung "-chen" ("-gen") gebräuchlich.
In Leipzig sprach man die Diminutivform sicherlich in sächsischer Mundart, etwa: "Züddrienschn", schrieb aber das Wort vornehm: "Cythringen" (vgl. Quellenbelege 1721, 1723, 1726, 1730, 1735).
In keiner der Tabulaturen für "Cithrinchen" oder "Hamburger Cithrinchen" aus dem 17. Jahrhundert erwähnten die Schreiber einen Instrumentennamen (Dresden, Ms. App. 1548, Kraków, Ms. 40266 und Ms. 40627).
Datierung   Quellen und Nachweise
1619 1620 - Praetorius - Klein Englisch Zitterelein Michael Praetorius: Syntagma musicum, Band II: De Organographia, Wolfenbüttel 1619, S. 54: "Das XXXI. Capitel. CITHARA. (in Sciagraph. Col. XVI.); S. 55: "Noch ist vor drey Jahren ohn gefehr ein Engelländer mit einem gar kleinen Citterlein / (deren Abriß Col. XVI.) in Deutschland kommen / an welchen der hinderste Boden von unten auff halb offen gelassen / und nicht angeleimet ist / Darauff er eine frembde / doch gar sehr liebliche und schöne armony mit seinen reinen diminutionibus und zitternder Hand zuwegen bringen können / also / daß es mit sonderbarer Lust anzuhören; Und von etlichen vornehmen Lautenisten gleichergestalt numehr practiciret werden kan.
Es wird aber / wie vor alten Zeiten die vier Chörichte Lautten also gestimmet:
 
  Quinta   g' g'
die Quart ins d' d'
Tertia a b
  Secund   f' f'

Wiewol die Tertia bißweilen ein Semitonium majus höher ins b gezogen / und in corda valle genennet wird: Und in Franckreich uff der Lauten sehr gebräuchlich ist. Doch / daß alle Säitten umb eine Octav höher / als die Lauten also f'' b' d'' g'' gezogen / unnd zur Secund Num. 10. von Messings und Stälenen Säiten gebrauchet werden. Denn die Secund, oder der vierdte Chor wird nur umb eine Secund niedriger / als die Quint oder erste Chor gestimmet."
1619 Michael Praetorius: Polyhymnia caduceatrix et panegyrica, Wolfenbüttel 1619, hrsg. von F. Blume, Wolfenbüttel/Berlin 1930 und 1933 (= Gesamtausgabe der musikalischen Werke von M. Praetorius, Bd. XVII, 1/2); XXV. In dich hab ich gehoffet Herr: à 5. 6. 11. 16.: "Im andern Vers, des Andern Theils / hab ich in den Instrumental-Stimmen drey Discant gesetzet / und auff die gar kleine Englische Citherlein / (in welchen man es umb einen Ton transponiren muß) gerichtet. Weil man abere dieselbige selten haben kan / so muß man solches mit drey andern Discant-Instrumenten, als drey Violin: oder 2. Violin, und 1. stillen Cornet: oder Cornett, Violin, Block- oder Querflött bestellen." (II, S. 293)

Der Umfang der Diskantstimmen im genannten Part beträgt c' - g'' (1. Stimme: f#' - e''; 2. Stimme d' - g''; 3. Stimme: c' - g''). Das heißt: Die Stimmen könnten auf dem Zitherlein, wie es Praetorius im Syntagma musicum II beschreibt, nur realisiert werden, wenn sie oktaviert würden. Dann würde auch eine Transposition der Stimmung um einen Ton Sinn ergeben: Der tiefste Chor stände dann in c'' und nur an einer Stelle wäre das g''' am 10. Bund zu greifen (ohne Transposition: 12. Bund). Für die notengetreue Realisierung des Parts wäre eine Stimmung des Instruments in g' c' e' a' (o.ä.) notwenig (vgl. Cantio nuptialis 1679; Vockerodt 1718).
1625   Heinrich Schütz: Memorial, Dresden 1625, H. St. A. Dresden Loc. 8687 Kantoreiordnung so Kurfürst Moritz ... 1548, Bl. 49, undatiert; Schütz erwähnte in diesem Memorial "Wegen Michael Mölichs seeligen zweyer hinterlassenen Capelknaben" als einen der beiden Knaben Gabriel Günther "mit dem kleinen Englischen Cytherlein". In einem späteren Memorial "In Musicanten sachen" vom 14. 7. 1628 wird Günther als "Discantist" geführt und in einem Musikantenverzeichnis von 1631 heißt es: "Gabriel Günther. gebrauchet das Englische Citherlein." Günther starb 1633; in einem weiteren Memorial von Schütz (H. St. A. Dresden, Collection Schmidt, Amt Dresden, Vol. X, Nr. 284; vgl. Faksimile in MGG III, 765) findet "Hans Pelz welcher itzo zu Berlin bey dem Engelländer auf dem Citerlein lernet" Erwähnung; Lit.: Müller 1931, S. 88, 93, 114, 328; Becker-Glauch 1951, S. 86
1625   Güstrow 1625: Dem englischen Lautenisten John Stanley (Johann Stendle), der am 02.01.1625 am Hofe in Güstrow mit jährlich 400 Gulden Besoldung angestellt wurde, kaufte die Herzogin ein "Zittarche" für 5 Rtlr. ab; nach: Meyer 1919, S. 21
1627   Dresden 1627: Musikantenverzeichnis; H. St. A. Dresden Loc. 8687. Kantoreiordnung so Kurfürst Moritz ... 1548, Bl. 53; das "Verzeichnüs derer Personen aus den Musicanten welche zu der Aufwartung beydes an den Predigttagen vundt bey der Taffel, mit nacher Mulhaussen könten genomen werden", führt unter Nr. 14 auf: "Beltz. mit dem Englischen Cytherlein." Johann Peltz wurde nach Berlin geschickt, um bei dem "englischen Musicus" das Zisternspiel zu erlernen. 1627 ist er wieder in Dresden; er starb vor 1633; Lit.:: Müller 1931, S. 86, 324
1646   Christoph Fürer: Reis-Beschreibung. In Egyten / Arabien / Palästinam / Syrien / etc. Nürnberg 1646, S. 71: "kleine Citherlein"
1652  
Johann Rist 1652 Johann Rist: Neuer Teutscher Parnass, Lüneburg 1652, S. 539: "Zyterchen"
1652   Wenzel Scherffer von Scherffenstein (1603-1674): Geist- und weltlicher Gedichte erster Teil, Brieg 1652, S. 755: "den Lautenisten setzt man billich vornen an, / weil kaum ein edler Kunst gefunden werden kan. / Nach diesem geht, der wol das Ziterinchen spielet, / das etwan Engelland von ohngefehr erzielet."
1657   Georg Neumark: Fortgepflanzter musikalisch-poetischer Lustwald, 1657, S. 6/7: "Meines Erchtens werden die Lieder ihre rechte Anmuth erlangen / wenn die Vorklänge / Vorspiele oder Vorstimmungen mit Geigen in ein vollgrundmäßiges Instrument gemacht / die zu den Liedern gesetzte Geigenstimmen aber / mit einer gedämpften Violinen oder mit einem Zytrinchen in die Singstimme gestrichen oder geschlagen werden."
1664   Güstrow: In einem Schreiben des Hofkapellmeisters Augustin Pfleger an den Güstrower Herzog Gustav Adolph mit Vorschlägen zur Einrichtung der Kapelle wurde erwähnt: "Ein Violinist, so den Principal führet, dabei ein Cornetin oder Zink blaset, und auf dem Cythrin spielet."; nach: Meyer 1919, S. 41
1671   Eigentliche Beschreibung Der Weltberühmten Primat-Ertz Bischofflichen Dom-Kirchen zu Magdeburg / Dero Fundation, Raritäten und Zierrath, Magdeburg 1671, Cap. II/XIII, [Beschreibung der Orgel von Heinrich Compenius (1604) in Dom zu Magdeburg]: "Cytrinichen"
1673   Sigmund von Birken: Pegnesis: oder der Pegnitz Blumgenoß-Schäfere Feld Gedichte in Neun Tagzeiten, Nürnberg 1673, S. 60: "griffe er auch nach seinem Cythrinchen / spielte und sange darein nach folgenden Frülingsgruß:"
1679   Anonym: "Cantio nuptialis / Zwingt die Saiten in Cythara / à 6 / 2 Cant. / 2 Cÿtharin / 1 Viol da gamb. / 1 Fagott. / Con Basso Continuo."; geistliches Konzert in C-Dur; Solokantate à 6, Handschrift von Johann Christian Appelmann, Erfurt 12. Oktober 1679; Stimmen 8°; Berlin, Staatsbibliothek, Musikabteilung, Mus. ms. Concert, geistl., anonym 1071; ehemals Bibliothek der Erfurter Michaeliskirche; Über den Stimmen: "II Citharin.", "Citharin 2." Lit.: Elisabeth Noack: Die Bibliothek der Michaeliskirche zu Erfurt. In: AfMw VII (1925), S. 67, 82/83, 109

Notation der Zisternstimmen: Sopranschlüssel, Tonumfang: Zister 1: c' - e'' / Zister 2: c' - d''.
Aus dem Tonumfang lässt sich auf ein Diskantinstrument, d.h. ein Cithrinchen schließen. Die Bezeichnung Cÿtharin bzw. Citharin wäre entsprechend zu deuten. Die beiden Zisternparts sind einstimmig, lediglich am Ende der fünfzehntaktigen instrumentalen Einleitung steht ein Akkord in C (c' - g' - c''). Da die Zisternstimmen nicht in Tabulatur notiert wurden, lassen sich zum Instrument und dessen Stimmung keine eindeutigen Aussagen treffen. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass die Zistern mit Plektrum (Federkiel) gespielt werden, liegt es nahe, den Akkord auf den drei höchsten Saitenchören auszuführen. Logisch wäre dann eine Stimmung der drei höchsten Saitenchöre in gr. Terz - Quarte, wie sie Michael Praetorius 1619 für das "Klein Englisch Zitterlein" angab, jedoch auf c': g' - c' - e' - a'. Diese Stimmtonhöhe entspräche exakt der bei Johann Arnold Vockerodt 1718 aufgezeichneten Cithrinchenstimmung.
1680   Konrad Heinrich Viebing: Der Unvergleichlichen / Wunderschönen aller Tugend Vollenkomnesten Weisemunden Lebens- und Leidens-Geschicht, Helmstädt 1680, S. 65: "Biß endlich das in der Asche gliemrende Feuer in voller Flamme herfür loderte / und Roselieb in sein Zitrinichen anhub zu singen."
1684 Georg Michael Pfefferkorn: Merkwürdige und auserlesene Geschichte von der berühmten Landgrafschaft Thüringen, Frankfurt und Gotha 1684, S. 41: "sonderlich wird die Music in Kirchen und Schulen / in Städten und Dörffern fleisig getrieben: Die Thüringer wissen was die Alten gesagt / (illum non esse harmonice compositum, qvi Musicam non amat) der hätte keine Proportion weder am Gemüthe noch am Leibe / der nicht ein Liebhaber der Sing-Kunst were. Daher / daß der Fürstl. und Gräfl. Capellen nicht gedenke / ist sonderlich in den Kirchen zu Gotha / und den umliegenden Dorffschaften / eine solche Vocal- und Instrumental-Music / daß auch manches unter angeführten Dörffern dißfalß besser ist / als die Städte in andern Provinzen.Es werden dieser Orten / weil auch die Bauren die Instrumente verstehen / nicht allein allerhand Seitenspiele von Violinen und Violonen / Viol di Gamben / Clavizimbeln / Spinetten / Zitrinchen / auff Dörffern / sonderlich zu Grabsleben verfertigt / sondern man findet auch oft in geringen Kirchspielen Orgel-Werke mit so vielen Auszügen und Variationen / daß man sich darüber verwundern muß. Insonderheit aber huben die Lindemanni / Altenburgii / Ahlen / Brigel / Bachen und andre / mit ihrem Componiren / dieser Provinz nicht einen geringen Nahmen wegen der Music gemacht."
1685   Christian Weise (1642-1708): Politischer Academicus, Amsterdam 1685, S. 21: "zu geschweigen, dasz sich mancher in die Laute, in die Violdigamba, oder auch wol ins Zitrinchen verliebt"; nach: Grimm 1956, XV, 1662
1688   Georg Falck: Idea boni cantoris, das ist: Getreu und gründliche Anleitung / Wie ein Music-Scholar / so wol im Singen / als auch auf anderen Instrumentis Musicalibus in kurtzer Zeit so weit gebracht werden kan / daß er ein Stück mit=zusingen oder zu spielen sich wird unterfangen dörffen, Nürnberg 1688, S. 205: "Citharino ist eine kleine Zitter / mit einer von unten offnen Deck / Citharinichen genannt."; Lit.: Sachs 1913, S. 84
1689  Jacob Kremberg: Musicalische / Gemueths-Ergoetzung / oder / Arien, / Samt deren unterlegten hochdeutschen Gedichten / ... welche also eingerichtet, daß sie / entweder / mit einer Stimme allein zu singen benebenst dem Generral Baß / oder aber / zugleich und besonders auf der Lauthe, Angelique, Viola di Gamba, / und Chitarra, / können gespielet werden. / Alle nach der neuesten Italienisch und Frantzösischen Manier. / Dresden. / In Verlegung des Authoris [...] 1689; Vorrede: "An statt der Guitarre kan man auch ein Hamburger Citringen / so mit fünff Chören ist / gebrauchen / welche ich in Niederland an vielen Orthen gefunden habe / darauff man denn alle Sachen eben so gut als auf der Guitarre / mit den Fingern tractiren kan."

In der Vorrede merkt Kremberg zur Gitarre an, dass der erste Chor der Gitarre in d' zu stimmen sei, sowie: »Es ist aber hierbey nothwendig zu erinnern / daß die tieffsten zwey Cöhre auf der Guitarre Octaven weise bezogen werden / damit der Bass seine gravität nicht verliehre.« In 8 der 40 Stücke sind Scordaturen vorgeschrieben, die tendenziell Stimmungen auf der Basis von Dur- und Mollakkorden ergeben und sich damit dem Prinzip von Zisternstimmungen nähern.

"Accord de la Guitarre":

Nr. 2-4, 7-12, 14-23, 27-29, 31-40 G c f a d'
Nr. 5 A c f a d'
Nr. 13, 26 F# H f# h d'
Nr. 6, 24 F B f b d'
Nr. 1 G c e a d'
Nr. 25 A c e a d'
Nr. 30 A c# e a d'

Lit.: MGG VII (1958), Sp. 1748-1750; Walther 1732, S. 345; Gerber 1790, I, Sp. 757/58; Kinsky 1912, S. 116 und 202; Kinsky 1929, S. 171; Schlegel/Lüdtke 2011, S. 162/63
1690   Wolfgang Caspar Printz: Historische Beschreibung der Edelen Sing- und Kling-Kunst, Dresden 1690, S. 95: "Cithringen"; S. 195/96: "Ein ander guter Gesell wollte seiner Liebsten eine Nacht-Music bringen: weil er aber sonst Niemand bekommen kunte / als einen Bock-Pfeiffer: So ließ er denselben vor ihrem Kammer-Fenster auffpfeiffen / und er selbst spielete auff dem Citrinchen dazu. War eine wunderliche und herrliche Music."; S. 226 [Register]: "Citherinchen"
1691   Kaspar Stieler: Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs oder Teutscher Sprachschatz, Nürnberg 1691, Sp. 2639: "Zitter / die / plur. Zittern / cithara, instrumentum musicum, cujus. dimin. est Zitrinlein / et nostro idiomate Zitrinchen / das / cithara minor tremula."
1695   Dresden 1695: Ein "Verzeichnus derer Persohnen, so Sr. Churfürstl. Durchl. zu SAchsen bey der Götter-Invention auffzuwarten" des Hofkapellmeisters N. A. Strungk führte 36 Musiker auf, darunter "H. Elste mit dem Cytrinchen" und "H. Kayser mit dem Bandor"; im Kapellmitgliederverzeichnis von Fürstenau wurde Elste als Schalmeipfeifer und Kayser als Fagottist geführt; Lit.: Moritz Fürstenau: Beiträge zur Geschichte der Königlich Sächsischen musikalischen Kapelle, Dresden 1849, S. 99; Becker-Glauch 1951, S. 85
1696   Christian Weise: Curieuse Fragen über die Logica, Leipzig 1696; S. 584: "Aber wenn jemand ein verliebtes Lied entweder Voca sola bey sich selbst anstimmet / oder auch mit seiner Leyer / mit seiner Laute/ mit seinem Cithrinchen / oder was er sonsten haben möchte / dazu accompagniren sollte /"
1698   Christoph Weigel: Abbildung und Beschreibung der gemeinnützlichen Hauptstände, Regensburg 1698, S. 228: "Num. III. Der Geigen- und Lauten-Macher.", S. 229: "Sie verfertigen / neben denen ordentlichen Lauten / auch Mandor / Angeliquen / Theorben / Cithern und Cithringen / welche letztere nicht nach Art der Lauten an dem Boden gewölbt / sondern blatt und eben / mit stählernen und messingen Saiten bezogen / und vornen / wo man mit der Hand zu spielen pfleget / um einen wohl-klingenden trillo zu machen / etwas offen sind."
1700   Johann Kuhnau: Der musikalische Quacksalber, Dresden 1700, S. 177: "Cytharingen Tabulatur"
1702   Johann Vulpius: Magnificentia Parthenopolitana: Das ist Der Uralten Welt-berühmten Haupt- und Handel-Stadt Magdeburg Sonderbare Herrlichkeit, Magdeburg 1702, S. 32: [Beschreibung der Orgel von Heinrich Compenius (1604) in Dom zu Magdeburg]: "Cytrinichen"
1702   Matthias Kramer: Teutsch-Italiänisches Dictionarium, Teil II, Nürnberg 1702, Sp. 1494: "Zitterlein, hoggi Zittrinlein ò Zitrinchen chittarina, chitarretta" (vgl. Grimm XV, 1956, 1662)
1706   Martin Heinrich Fuhrmann: Musikalischer-Trichter, Frankfurt an der Spree [Berlin] 1706, S. 92: "Cithara, Cithrinchen (dimin.) ist ein Jungfer-Instrument, so wie es heut zu Tage; oder des Apollinis seine Cither / womit in die Mahler abmahlen / muß anders gewesen seyn."
1708   Weimar, Nachlassaufstellung von Johann Ernst; Thüringisches Staatsarchiv Weimar, Aktenstück A 628b, S. 226: "Ein Hamburger Zitringen mit dem Blech"

Möglicherweise handelt es sich um die Zister von Joachim Tielke aus dem Jahre 1688 TieWV 49 (heute Eichenzel, Schloss Fasanerie, Hessische Hausstiftung Inv.-Nr V 100)

Lit.: Hellwig 1980, S. 196f.; Müller-Harang 2008; Hellwig 2011, S. 213-216
1708   Paul Jacob Marperger: Das in Natur- und Kunst- Sachen neu-eröffnete Kauffmanns-Magazin, Hamburg 1708, S. 510: "Es verfertigen aber auch die Geigenmachers neben jetzt gedachten ordentlichen Violinen / auch Lauten und Angeliquen, Theorben, Citharn und Cithringen"
1710   Leonhard Christoph Sturm: Des kurtzen Begriffs der gesamten Mathesis, Dritter Theil, Band 4, 3. Hauptstück, Frankfurt/O. 1710, S. 207/08: "Wenn man aber eben dieses couplet wolte auff die Laute bringen / müste es geschrieben werden / wie fig. 84 und der gleichen schreibart brauchet man auch bey dem Cythringen, der Angelique, der Chitara und der Viola de gamba"
1710   [Johann Tennhardt]: Gott allein: soll die Ehre seyn, Nürnberg 1710, S. 21: "da gab er mir 2. oder 3. Thl. baar / ein Cithrinchen vor 1. Thlr. und vor einen Thaler wollte er mich darauf lernen / und das übrige auch bald bezahlen. Als er nun etliche mahl zu mir gekommen, so hatte sich das Cithrinchen verstimmet / da sprach er / er müste solches mit nach Hauß nehmen sonst könte er es nicht stimmen / aber er gieng mit sammt der Cithrinchen fort"
1713   Johann Mattheson: Das Neu-Eröffnete Orchestre, Hamburg 1713, S. 279: "die reissende Pandoren werden den altfränckischen Lieder-Leuten geschencket; die wiedrige Citter und das abgeschmackte Citrinchen / alias Huhr-Laute / den Kindern empfohlen".
1715   Corvinus, Gottlob Siegmund (Amaranthes): Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon, Leipzig 1715; Sp. 325: a) "Cither / Ist ein mit einem breit hohlen Bauch und langen Halse verfertigtes Instrument und Saitenspiel mit dräternen Saiten bezogen, so mit denen Nägeln oder einer Federkiele gerühret wird, worauf das Frauenzimmer zu spielen und darein zu singen pfleget." b) "Cithringen / Ist eine kleine Art von einer Cither, mit dräternen Saiten bezogen, wird von dem Frauenzimmer mit einer spitz geschnittenen Feder-Kiehle gerissen und gespielet." Lit.: Otto 1959, 208; Pilipczuk 1980; Meierott 1991, 199
1718 Vockerodt 1718 Johann Arnold Vockerodt: Gründlicher Musikalischer Unter-Richt, Teil III, Bielefeld 1718, S. 6; "§ 4. Das Citharinchen wird gestimmt ins a', e', c', g, d, oder a', e', c', a, f, wird auch vielfältig so wol in noten, als tabulatur veraccordirt z.e. f, b, d', f', b' &c."
1720   Johann Heinrich Häveker: Chronica und Beschreibung der Städte Calbe / Aken und Wantzleben wie auch des Closters Gottes Gnade im Hertzogthum Magdeburg, Halberstadt 1720, S. 70: "ARIA, Darinnen die meisten Musicalischen Instrumenta, so in Deutschland zu dieser Zeit gebräuchlich / begriffen sind.", "10. Wenn dich Furcht und Zittern bänget / Schau / wo das Cytrinchen hänget / Das macht durch den Feder-Kiel  Alles Zitterns End und Ziel"
1720   Eigentliche Beschreibung der Weltberühmten Dom-Kirche, Dero Fundation, Raritäten und Zierraths [...] der Stadt Magdeburg, 1720 (?), Cap. II/14. [Beschreibung der Orgel von Heinrich Compenius (1604) in Dom zu Magdeburg]: "Cittrinichen"
1721  
Günther 1739 Johann Christian Günther (1695-1723): Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero edirten deutschen und lateinischen Gedichten, Auf das neue übersehen, Wie auch in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Bey dieser zweyten Auflage mit einem anhang und Register vermehrt. Nebst einer Vorrede von so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, Breßlau und Leipzig 1739, S. 1108 (Anhang II: Auf die glückliche Verbindung Herrn Zacharias Hülses, Schöppen und Apotheckers in Goldberg, Mit der der Sitt- Ehr- und Tugend-belobten Jungfer Anna Christiana Lührin, so A. 1721. den 22. Octobr. geschahe): "Cythrinchen"
1721   Gottfried Barth: Ausführlicher Bericht von der Gerade, Leipzig 1721, S. 249: "Allerhand Musicalische Instrumenta, als Clavichordium, Laute, Cythringen. etc."
1723   Leipzig 1723ff.: In Leipziger Auktionskatalogen der Jahre 1723 und 1730 ist jeweils "Ein Cithringen" vermerkt; nach: Henkel 1991, S. 62 und mündliche Mitteilung 1987
1726   Nachlassverzeichnis Leipzig 1726: StA, Rep. IV, Nr. 223, Acta Gottfried Krausen gewesenen Bürgers und Handelsmannes allhier Verlassenschaft betr. 1726, S. 44, º 95: "Ein Cithringen -.6.-" (= 6 Groschen); nach: Henkel 1991, S. 58 und mündliche Mitteilung 1987
1729   Johannis Bödikeri: Grund-Sätze der Teutschen Sprache, Berlin 1729, S. 12: "Cither, f. von Cithara. Also auch Cithrinchen, eine kleine Cither; aber Chitarre ist vom Französ. Guitarre."
1730   Im Haus des Plauener Stadtmusikanten Christian Heydelmann (1658-1735) in der Endegasse (nahe der Johanniskirche) brach am 1. Weihnachtsfeiertag 1730 ein Brand aus, der 32 Häuser in Schutt und Asche legte. Stadtarchiv Plauen: Nachtragsrep. Cap: V B Nr.: 18. Bl. 99a-101b (Christian Heydelmann); "Specification / Derer Mobilien so mir Endesernannten und denen Meinigen bey dem am 25. Dec: abgewichenen 1730sten Jahres erfolgten Brands allhier zu Grund gegangen und würcklich mit verbrandt als 

1. An  musicalischen Instrumenten

2 fl   an 2 Claffier 
1 fl 3 gr Eine PasGeige
3 fl 9 gr Viol.de Hammer zwey
6 fl 18 gr zwey Passons
3 fl 9 gr zwey Violinen
3 fl 9 gr an drey Trompeten
4 fl 12 gr zwey Pass und andere Flöten
1 fl 15 gr Ein Viol. di Schella
  12 gr Ein Zincken
5 fl 15 gr zwey Waldhörner
1 fl 3 gr Ein Harffe
1 fl 3 gr zwey Zittrinigen
--------------    
35 fl 3 gr  

Nach: Abschrift Werner Steube, Plauen; Andrea Harnisch, schriftliche Mitteilung v. 06.11.2017
1735 Johann Sebastian Bach: Die "musicalisch-Bachische Familie", Leipzig 1735: "Ursprung der musicalisch-Bachischen Familie / No. 1. Vitus Bach, ein Weißbecker in Ungern, hat im 16ten Seculo der lutherischen Religion halben aus Ungern entweichen müßen. Ist dannenhero, nachdem er seine Güter, so viel es sich hat wollen thun laßen, zu Gelde gemacht, in Teütschland gezogen; und da hat er in Thüringen genugsame Sicherheit vor die lutherische Religion gefunden, hat er sich in Wechmar, nahe bei Gotha niedergelaßen, und seines Beckers Profession fortgetrieben. Er hat sein meistes Vergnügen an einem Cythringen gehabt, welches er auch mit in die Mühle genommen, und währendem Mahlen darauf gespielet. (Es muß doch hübsch zusammen geklungen haben! Wiewol er doch dabey den Tact hat sich imprimiren lernen.) Und dieses ist gleichsam der Anfang zur Music bey seinen Nachkommen gewesen."; Lit.: Bach-Dokumente, Bd. I, Leipzig 1963, S. 255; Anm.: Forkel (1802) zitiert diesen Text sinngemäß und verwendet das Wort "Cyther" (Johann Nikolaus Forkel: Über Johann Sebastian Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke, Leipzig 1802, S. 15)
1735   Robert Jean des Pepliers: La Parfaite Grammaire Royale Françoise & Allemande, Das ist: Vollkommene Königl. Französ. Teutsche Grammatica: Mit neuen und sehr nützlichen Reguln, Nebst einem verbesserten Wörter-Buche, manierlichen Gesprächen und zierlichen Redens-Arten, auserlesenen Sprüchen, artigen Historien und sinnreichen Einfällen, anmuthigen und nach jetziger Zeit wohlgesezten Briefen, Leipzig, 1735, S. 357: "eine Zitter, une Guitarre. ein Zitrinchen, une Citrine."
1735   Johann Mattheson: Kleine General-Baß-Schule, Hamburg 1735, S. 26: "die gelinde Instrumente werden etwa in einem Chor Citrinchen oder Bret-Violen bestehen"
1736   Lauten-Buch der Margaretha Ölgaard von Ahlefeld (1717-1763); Hamburg (?) 1736; enthält Tabulatur für "Hamburger Cithrinchen", Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, Inv. Nr. M A/2488; Titelseite: "Einen Anfang gemacht mit der Information auff ein Zittrinquen / Morgen, Mittag, Abend, und Buß-Gesänge"; Lit.: Pilipczuk 1980, S. 3f. (Faksimile "Menuet"); Meierott 1991, S. 201
1737   Barnickel: Kurtzgefaßtes Musikalisches Lexicon, Chemnitz 1737, S. 88: "Cither, ist ein musikalisches Instrument, deren es unterschiedliche Arten giebet, als 1.) die gemeinen von 4. Chören Saiten, worauf die Berg- und andere gemeine Leute mit Feder-Kielen scharren. 2.) Eine von 5. Chören, 3.) eine von 6. Chören, 4.) die grosse 6. Chörichte Cither, da das Corpus noch eins so groß, und um eine Quarte tiefer gehet, in allen fast zwey Ellen lang. 5.) Die größte ist von 12 Chören Saiten, lautet als ein Clavicymbal."; "Cithrinchen, hat die Gestalt einer Cither, der Boden aber ist unten halb offen, und kann durch das Zittern mit dem Arm dessen, der mit dem Federkiel auf den vier Chören meßingenen oder stählernen Saiten spielt, der Laut auch zitternd gemacht werden."
1741   Johann Hübner: Curieuses und Reales Natur-Kunst-Berg-Gewerck- und Handlung Lexicon, Leipzig 1741, Sp. 490: "Cither, Cithara, ein musikalisches Instrument. Derer giebt es unterschiedliche Arten: Die gemeinen, von 4 Chören Saiten, worauf die Berg- und andere gemeine Leute mit Federkielen scharren; 2) eine von 5 Chören; 3) eine von 6 Chören; 4) die große sechschörichte Cither, da das Corpus noch eins sogroß, und um eine Quarte tiefer geht; in allem fast 2 Ellen lang; 5 die größte ist von 12 Chören Saiten, lautet als ein Clavicymbal."; Sp. 491: "Cithrinchen, hat die Gestalt einer Cither, der Boden aber ist unten halb offen, und kann durch das Zittern mit dem Arm dessen, der mit dem Federkiel auf den 4 Chören meßingenen oder stählernen Saiten spielet, der Laut auch zitternd gemacht werden."; Sp. 2335: "Zitter, Cithara, Guitarre, ein Kling-Spiel, in Gestalt einer Laute, aber mit einem platten Bauch. Die kleinen werden Zitrinchen genannt. S. Chitarre, it. Citter."
1748   Johann Theodor Jablonski: Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften, neue, um die Helfte vermehrte, und durchgehends verbesserte Auflage, Königsberg und Leipzig 1748, Sp. 1443: "Zitter, Cithara, Guitarre, ein Klingspiel, in gestalt einer laute, aber mit einem platten bauch, Es ist sehr alt und hat anfänglich nur 4 saiten gehabt, jetzt aber sind sie bis auf achte vermehret worden. Bey uns ist noch eine kleine Art derselben im gebrauch, so man zitrinchen nennet, und mit vier meßingenen stimmen, davon die oberste einfach, die übrigen doppelt bezogen sind, versehen ist."
"Cithringen", S. 88, nach Barnickel 1737)
1750   Noel Chomel: Ökonomisch- und Physikalisches Lexicon, Leipzig 1750ff.; Bd. VIII, Sp. 2462: "Zitter, oder Cither, Lat. Cithara, Franz. Guitarre, ist ein musikalisches Instrument. Derer giebt es unterschiedliche Arten: 1) die gemeinen von vier Chören Sayten, worauf die Berg- und andere gemeine Leute mit Feder-Kielen scharren; 2) eine von fünf Chören; 3) eine von sechs Chören; 4) die grosse Sechs-Chörichte Cither, da das Corpus noch eins so groß, und um eine Quarte tiefer geht, und in allem fast zwey Ellen lang ist; 5) die grösseste ist von zwölf Chören Sayten, lautet als ein Clavi-Cymbel. Hiernächst hat man auch 6) kleine Citheringen oder Zithringen, mit vier Chören, unten offen, daß man den Thon tremulirend machen kan, welches mit drätenen Saiten bezogen, und von dem Frauenzimmer mit einer spitzgeschnittenen Federkiele gerissen und gespielet werden. Man hat auch ein Instrument, welches einen länglichten und runden Bauch oder aber wie eine Geige hat, und im ersten Fall wie eine kleine Laute aussiehet, sonst aber mit Darm-Sayten in vier Chören und einer eintzigen besponnenen Sayte bezogen ist. Dieses nennen einige auch eine Zitter. Es ist aber eigentlich nichts anders; als die Italienische oder Spanische Chitarre, oder Quinterna. Alle diese Instrumente sind Waaren der Instrument- und Geigenmacher. Siehe diesen Artickel, wie auch Chitarra, und Cistre."
1758   Hannoverische Anzeigen, 67. Stück, 21.08.1758, "IV. Sachen, so zu verkaufen.", "Hannover. In der am 21. Aug. a. c. auf dem Heimburgischen, am Kreutzkirchhofe belegenen Hofe zu haltenden Auction wird unter andern auch ein Cythrinchen mit Schildpatt und Elfenbein ausgelegt, desgleichen mit Steinen besetzt, und mit gegossenen silbernen Schrauben und andern Zierrathen versehen"
1773   Köthen 1768: Johann Christian Wilhelm Ballmann: "Specificatio. Derer Hochfürstl. Musicalischen Instrumenta", 9. 5. 1768, Herzogl. Haus- und Staatsarchiv, Abtlng. Cöthen, St. 12, Nr. 68: "Eine Zitter im Futteral". Inventar der Musikalienkammer Cöthen vom 9.10.1773: "40) Ein Zittrinichen"; dass. in einem späteren undatierten Inventar. Lit.: Bunge 1905, S. 39, 41, 43; Kinsky 1912, S. 654
1782   Flathe, Philipp Jakob & Nicolò di Castelli: Neues Deutsch-Italienisches Wörterbuch, Band 2, Leipzig 1782, Sp. 5766: "Zitterchen, s. n. dim. di kleine Zitter, v. (coll' accento sull'i)."
1794   Robert Jean des Pepliers: Neue vollkommene französische Sprachlehre, Wien 1794, S. 321: "une guittare, eine Zither. une petite guitarre, ein Ziterchen"
1795   Filippo Sarchi: Versuch einer theoretisch-praktischen Italiänischen Sprachlehre für Deutsche, Wien 1795, S. 308: "die Zither, das Zitherchen"
1801   Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 4. Theil, zweyte vermehrte und verbesserte Ausgabe, Leipzig 1801, Sp. 1727: "Die Zither, (sprich Zitter) plur. die -n, ein musikalisches Saiten-Instrument, gemeiniglich mit vier Chören Saiten, welches eigentlich eine unvollkommene Laute ist. Auf der Zither spielen, die Zither spielen. eine Art kleiner Zithern, welche unten offen sind, werden Cithrinchen, oder Zithrinchen genannt."
1826   Allgemeine Musikalische Zeitung, Jg. XXVIII, Nr. 39, 27.9.1826, Sp. 633; Kommentar zu Abbildungen von Musikinstrumenten aus dem Museum der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (Nr. 6: Zister; Nr. 7: Gitarre; Nr. 8: "Hamburger Cithrinchen"): No. 6. Eine polnische Zither, mit zehn Stahlsaiten. No. 7. Eine polnische Guitarre, mit sechzehn Darmsaiten. No. 8. Eine ungewöhnliche Gattung Guitarre, deren Vaterland nicht bekannt ist. Sie hat sechzehn Bünde und zehn Stahlsaiten."
1834   Wilhelm Schneider: Historisch-technische Beschreibung der musicalischen Instrumente, Neiße und Leipzig 1834, S. 95: "§ 5. Instrumente mit Drahtsaiten, durch Reißen erklingend. Cither (...) Jetzt ist das Instrument fast ganz außer Gebrauch gekommen, und in Gebirgsgegenden nur noch in den Händen der Bettler und reisenden Bergleute, welche damit ihre Gesänge begleiten.
In der jetzigen Form besteht das Instrument aus einem flachen Boden und einer gleichfalls flachen Decke. Die Zargen an den Seiten sind ohngefähr 2 Zoll hoch. Die Form des Körpers ist mehr rund, und geht oben gegen den Hals etwas spitzig zu. Mitten auf dem Sangboden ist ein mehr oder weniger verziertes rundes Schalloch. Unten an der Decke hängen die Saiten an kleinen Drathstiften, gehen über einen kleinen Steg und über das Griffbret, dessen Griffe mit quer über laufenden Messingstäbchen bezeichnet sind, in den sogenannten Kragen, in welchen die Wirbel stecken. Man hat Cithern von verschiedenem Bezug. Manche sind 4, 5, 6chörig und die größte Gattung ist 12 chörig. Zu einem Chor gehören allemal zwei Stahlsaiten, die im Einklang gestimmt sind. Die mit 4 Chören bezogene heißt Discantzither und hat die Stimmung: c', f', a', c². Neben dem Griffbret liegen noch 8 Saiten frei, welche den Baß machen, und in die Töne: D, c, d, e, f, g, a, b gestimmt werden. Die 5chörige oder Tenorzither hat folgende Stimmung der Saiten auf dem Griffbret: kl. g, c', e', g', c'' und die Baßsaiten werden in gr. F, G, A, B, c, d, e, f gestimmt. Die 6chörige ist die gewöhnlichste, auf welcher die Saiten die Töne: G, d, g, h, d', a' hören lassen.
Auch hat man noch eine ganz kleine Gattung, welche Citherinchen heißt, nur 4 Saiten und gar keine blosen neben dem Griffbret hat. Die Saiten werden durch einen Federkiel oder ein Stückchen Fischbein bei allen 4 Gattungen angerissen."
 
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